Selbsthilfegruppe  Niere  Rhein - Ahr - Eifel

- Kreis Euskirchen -

Die Selbsthilfegruppe ist ein eingetragener Verein im Vereinsregister des Amtsgericht Euskirchen und hat den Status der Gemeinnützigkeit.

Dialyse und Urlaub  

Auszug aus dem Mitteilungsheft 01-2007 des DIALYSEVEREIN Köln mit freundlicher Genehmigung des Verantwortlichen. Selbstverständlich dürfen diese Tipps und die Checklisten auch heruntergeladen werden......

Die Woche hat auch für Dialysepatienten ganze 7 Tage, nur der Ablauf ist anders: 3 Tage Dialyse und 4 Tage ohne Dialyse.

Der Dialysetag ist meist sehr eingeschränkt. Bei normalerweise 4 Std. Dialyse bedarf es, unter Berücksichtigung der An- und Abfahrtzeit zum Dialysezentrum, Vorbereitungen zur Dialyse, Liege einrichten usw., am Ende abdrücken, um die 5 – 6 Stunden Zeitaufwand. Anschließend ist man in der Regel so müde, dass mit Essen und Ausruhen noch mal 3 – 5 Stunden vergehen, bis man wieder halbwegs fit ist. Insbesondere, da man nie im Voraus weiß, wie man sich nach der Dialyse fühlt. Somit ist der Dialysetag fast schon vorüber.

Das ändert sich natürlich auch im Urlaub nicht.

Nun kommt es auf die persönliche Einstellung an. Es gibt Patienten, die sagen sich: „Im Urlaub muss ich auch an die Dialyse. Das lohnt sich nicht.“ Und sehr schnell finden sie Gründe, sich deshalb selbst zu bemitleiden. „Früher war das alles anders.“ Ja, früher war vieles anders. Da funktionierten die Nieren noch. Da war das Leben besser und einfacher.

Es geht aber um das Leben jetzt, und nicht um das Leben früher.

Es geht um Lebensqualität unter erschwerten Umständen mit der Dialyse.

3 Tage Dialyse bleiben so oder so. Die restlichen 4 Tage jedoch lohnen sich, dann noch intensiver zu leben. Ganz spontan eine Woche wegfahren geht natürlich nicht mehr. Es bedarf schon eines etwas höheren organisatorischen  Aufwandes. Die Klärung, ob an der Dialyse Platz ist, ob in der Nähe eine Unterkunft frei ist, usw.

Jedoch damit fängt man doch schon an, etwas für sich selber zu tun.

Tipps für die Urlaubsvorbereitungen

Feriendialyse

Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres – auch für Dialysepatienten.

Da natürlich auch während des Urlaubs die Dialysebehandlung gewährleistet sein muss, gibt es bei der Wahl des Urlaubsortes wie auch bei der Vorbereitung einiges zu beachten.

Hämodialyse im Urlaub

Kostenübernahme Feriendialyse – Deutschland

Bei einem Urlaub in Deutschland ist die Finanzierung der Feriendialyse unkompliziert. Jeder Dialysepatient, der innerhalb Deutschlands Urlaub macht, kann in der Regel davon ausgehen, dass die Dialysekosten, die bei der Behandlung an einem deutschen Ferienort entstehen, von der gesetzlichen Krankenkasse oder der privaten Krankenversicherung gemäß der einzelvertraglichen Bestimmungen übernommen werden. Das Gleiche gilt für Beihilfeempfänger. Dialysepatienten, deren Behandlung von einem Sozialhilfeträger finanziert wird, müssen die Kostenübernahme mit diesem abstimmen.

Kostenübernahme der Feriendialyse

EWR und Länder mit Sozialversicherungsabkommen

Gesetzliche Kostenträger

Innerhalb der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und in weiteren Ländern, mit denen die Bundesrepublik ein Sozialversicherungsabkommen vereinbart hat, werden die Kosten ebenfalls von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Neben den Staaten des EWR und der Schweiz sind das: Bosnien-Herzegowina, Serbien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Türkei, Tunesien und Slowenien. Hier sollte man der Einfachheit halber möglichst in einer Vertragseinrichtung der landesbezogenen Krankenkassen dialysieren. Das sind Dialyseeinrichtungen, die über eine Europäische Krankenversichertenkarte, European Insurance Health Card (EHIC) oder über einen speziellen Versicherungsschein abrechnen.

Die EHIC oder die Versicherungsscheine erhält man bei der zuständigen Krankenkasse als Bestätigung für den gesetzlichen Versicherungsschutz.

Zu beachten ist aber, dass immer die Bestimmungen des Gastlandes gelten.

Wer eine private Dialyseeinrichtung in einem dieser Länder zur Dialysebehandlung aufsuchen möchte, muss vorher mit der gesetzlichen Krankenkasse die Übernahme der Behandlungskosten klären. Im Regelfall übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten in Höhe von höchstens 189 EURO pro Feriendialyse für längstens sechs Wochen im Kalenderjahr (Stand Januar 2005). Allerdings müssen bei privaten Einrichtungen die Dialysekosten in der Regel vom Patienten vorfinanziert werden. Nach der Rückkehr werden sie dann von der Krankenkasse bis zum oben genannten Betrag erstattet.

Private Krankenversicherung

Private Krankenversicherungen in Deutschland übernehmen in der Regel die gesamten Dialysebehandlungskosten während des Urlaubsaufenthaltes.

Dies sollte man sich aber unbedingt vor Reiseantritt von der jeweiligen Versicherung bestätigen lassen und sich dabei genau über die individuellen Bedingungen informieren.

Kostenübernahme der Feriendialyse – sonstiges Ausland

Gesetzliche Kostenträger

Für Reisen in Länder, mit denen kein Sozialversicherungsabkommen besteht, gelten besondere Bedingungen bei der Übernahme der Dialysebehandlungskosten.

Grundsätzlich gibt es für bestehende Krankheiten keinen Auslandskrankenversicherungsschutz.

Die Dialysebehandlung gehört aber zu den Ausnahmen, deren Kosten im Ausland in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden.

Dabei sind Höhe und Dauer der Kostenübernahme in diesen Ländern identisch mit den Regelungen in EWR-Ländern. Dies muss jedoch unbedingt vor Reiseantritt mit der gesetzlichen Krankenkasse abgestimmt werden.

Die Kostenübernahme der Dialysebehandlung auf Kreuzfahrtschiffen muss ebenfalls individuell mit den gesetzlichen Krankenkassen abgestimmt werden.

Private Krankenversicherungen in Deutschland übernehmen in der Regel die gesamten Dialysebehandlungskosten während des Urlaubsaufenthaltes.

Dies sollte man sich aber unbedingt vor Reiseantritt von der jeweiligen Versicherung bestätigen lassen und sich dabei genau über die individuellen Bedingungen informieren.

Checkliste zur Urlaubsvorbereitung für Hämodialysepatienten

Der behandelnde Nephrologe und die Verwaltung des zuständigen Heimatzentrums sind die richtigen Ansprechpartner, um eventuelle gesundheitliche Risiken bzw. die zu erwartenden organisatorischen Bedingungen am Urlaubsort und sich daraus ergebende Einschränkungen abzuklären.

Zusätzlich zu den üblichen Reisevorbereitungen müssen Dialysepatienten folgendes beachten:

·        Klärung der Kostenübernahme der Feriendialysebehandlung mit dem Kostenträger

·        Frühzeitige Information des behandelnden Nephrologen über die Reiseabsicht und die Reisedaten zur Erstellung eines aktuellen Arztbriefes

·        Bestätigung des Feriendialyseplatzes (inkl. des 1. Dialysebehand-lungstermins) vor Abreise

·        aktuellen Arztbrief inkl. Infektionsstatus und Dialyseregime mitnehmen

·        Krankenversichertenkarte bei Reisen im Inland, Europäische Krankenversichertenkarte

·        Medizinischer Notfallausweis

Ein Hinweis für Patienten auf der Warteliste zur Transplantation:

Unbedingt Urlaubsanschrift mit Telefonnummer im zuständigen Transplantationszentrum und dem Heimatzentrum hinterlassen!

Peritonealdialyse im Urlaub

Dialysepatienten, die das Verfahren der Peritonealdialyse gewählt haben, sind bei der Wahl ihres Urlaubsortes weniger an ein Nierenzentrum vor Ort gebunden.

Trotzdem ist es sinnvoll, sich vorab mit einer in der Peritonealdialyse erfahrenen Dialyseeinrichtung am Urlaubsort oder in der Nähe in Verbindung zu setzen.

Des Weiteren muss sichergestellt sein, dass die hygienischen Bedingungen in den Räumlichkeiten am Urlaubsort die Durchführung der Peritonealdialyse ermöglichen.

Kostenübernahme und Materialanlieferungen

Im Inland ist die Kostenübernahme der Urlaubsperitonealdialyse-Behand-lung durch die Kostenträger gegeben.

Bei Reisen in Länder des EWR gilt die Europäische Versicherungskarte (EHIC). Die Dauer des Urlaubs muss dabei vorab individuell geklärt werden. Auch für einen bis zu 6-wöchigen Urlaub in Ländern außerhalb des EWR kann die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse vorausgesetzt werden.

Für die Materialanlieferung wird die genaue Lieferanschrift einschließlich Telefonnummer und Ansprechpartner benötigt, denn nur so ist die problemlose Lieferung der Materialien gewährleistet.

Zu beachten sind dabei jedoch mehrwöchige Vorlaufzeiten in Abhängigkeit vom Reiseziel.

Bei Reisezielen in Westeuropa sind dies etwa drei Wochen. Lieferungen in andere Länder benötigen bis zu 12 Wochen Vorlaufzeit. Insbesondere bei Fernreisen muss jedoch geklärt werden, ob die Lieferung zum Urlaubsort überhaupt möglich ist.

In jedem Fall ist vorab zu klären, dass eine ärztliche Versorgung für Notfälle und für Komplikationen bei der Durchführung der Peritonealdialyse-Behandlung am Urlaubsort oder in der Nähe gegeben ist.

 

Geliefert werden folgende Materialien:

 

·        PD-Lösungen

·        Schlauchsysteme

·        Verschlusskappen

Vor der Abreise sollte man sich unbedingt vergewissern, ob die Materialien vollständig am Urlaubsort angekommen sind.

Darüber hinaus empfiehlt es sich in jedem Fall, einen 3-Tagesbedarf an Material im Handgepäck mitzunehmen.

 

Bei Mitnahme von Dialysematerial im eigenen Auto ins Ausland werden folgende Unterlagen benötigt:

·        Ärztliche Bescheinigung der Notwendigkeit zur Mitführung des Dialysematerials

·        Zollvollmacht, vom Patienten unterschrieben – in Deutsch und in der jeweiligen Landessprache

·        Eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses zusätzlich zum Original

Folgendes ist selbst zum Urlaubsort mitzunehmen und gehört daher unbedingt ins Reisegepäck:

·        Notwendiges technisches Material

·        Kompressen, Pflaster, Mundschutz, Handschuhe

·        Sprüh- und Händedesinfektionsmittel

·        Alle benötigten Medikamente sowie Dialyseprotokolle des Nierenzentrums

Checkliste zur Urlaubsvorbereitung für Peritonealdialysepatienten

·        Auswahl einer geeigneten Unterkunft

·        Prüfung der hygienischen Bedingungen

·        Lagerungsmöglichkeiten für das Dialysematerial

·        frühzeitige Information des behandelnden Nephrologen über Reiseabsicht und Reisedaten zur Erstellung eines aktuellen Arztbriefes

·        Telefonnummer der Ansprechpartner für medizinische Fragen vor Ort 

·        aktuellen Arztbrief, erforderliche Bescheinigungen und Dialyseregime mitnehmen 

·        Krankenversichertenkarte bei Reisen im Inland, Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC) bzw. Provisorische Ersatz-bescheinigung (PEB) für Länder mit Übergangsregelungen für Auslandsreisen

·        Medizinischer Notfallausweis

·        Mitnahme der nicht an den Urlaubsort gelieferten Materialien

·        Mitnahme der erforderlichen Medikamente

·        Bei Benutzung von Zyklern: Stimmt die Voltzahl im Urlaubsland, braucht man Steckdosenadapter

Vor der Abreise unbedingt sicherstellen, dass die Dialysematerialien am Urlaubsort eingetroffen sind.

 

Hinweis für Patienten auf der Warteliste zur Transplantation:

Unbedingt Urlaubsanschrift mit Telefonnummer im zuständigen Transplantationszentrum und dem Heimatzentrum hinterlassen!

 

Ernährung

Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz können häufiger Ernährungsprobleme haben.

Während im Stadium des chronischen Nierenversagens ohne Dialysebehandlung in der Regel eine eiweißverminderte Kost verordnet wird, können mit Beginn der Dialysebehandlung die Ernährungsvorschriften gelockert werden. Eine Fehl- oder Unterernährung ist jedoch unbedingt zu vermeiden, denn sie führt zu erhöhter Infektanfälligkeit, verzögerter Wundheilung, Unwohlsein, Ermüdung und schlechter Rehabilitation.

Regelmäßige Kontrollen des Ernährungsstatus durch den Nephrologen lassen eine Fehlernährung rechtzeitig erkennen und behandeln. Eine strenge und einheitliche Diät für Hämodialyse- oder Peritonealdialysepatienten gibt es nicht.

Das Allgemeinbefinden und der Ablauf der Dialysebehandlung können jedoch wesentlich verbessert und Probleme vermieden werden, wenn man die bekannten Grundregeln bei der Ernährung auch im Urlaub beherzigt.

Sport und Bewegung

Im täglichen Leben werden Beweglichkeit, Kraft und Koordination bzw. Ausdauer benötigt.

Je weniger sich der Mensch bewegt und je älter er wird, desto schwächer werden die Muskeln, steifer die Gelenke und umso schwerer fallen die Bewegungsabläufe.

Regelmäßige Übungen, die zum Teil auch während der Hämodialyse durchgeführt werden können, sind von großem gesundheitlichem Wert. Sie steigern die sportliche Leistungsfähigkeit, lassen die alltäglichen Belastungen leichter meistern und helfen, viele Krankheitsfolgen besser zu bewältigen. Außerdem können Übungen zur Vertiefung der Atmung und zur besseren Entspannung eingesetzt werden.

Darüber hinaus wirken sich regelmäßige Übungen positiv auf die Dialysebehandlung aus. Sportliche Aktivitäten sind deshalb jedem Patienten zu empfehlen.

 

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Stand: 22. Mai 2008.